Die Messe als zentraler Teil im Marketing-Mix

Marketing Mix Messebau

Wenngleich das Internet heutzutage Unternehmen vielfache Möglichkeiten der Kundengewinnung und Vermarktung von Produkten bietet, ist die Effektivität professioneller Messeauftritte unbestritten. Bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie war daher die Teilnahme an einer Messe mit einem eigenen Messestand der zentrale Teil jeder Marketing-Strategie. Mittlerweile wächst wieder die Bereitschaft der Aussteller für Fachmessen.

Die Messe – unverzichtbarer Wirtschaftsmotor

Wie essenziell insbesondere Fachmessen tatsächlich für den Erfolg der unternehmenseigenen Marketing-Strategie bislang waren, wird vor allem dann deutlich, wenn man einen Blick auf die Zahlen wirft: Allein in Deutschland fanden im Jahr 2019 163 überregionale Messen statt. Die deutschen Messeveranstalter erzielten dabei einen Umsatz von rund 4 Milliarden Euro, wobei allein die Messe Frankfurt 718 Millionen Euro einfuhr. Das Konzept der Messe hat noch nicht ausgedient. Trotz Corona betrachtet nach wie vor knapp ein Drittel der Aussteller den Messeauftritt als wichtigsten Part im Marketing-Mix. Viele Messen wurden verschoben, andere so umkonzipiert, dass sie in diesem Jahr in Teilen zumindest virtuell stattfinden können. Damit besetzen sie eine Nische, die jedoch den persönlichen Kontakt nicht ersetzen kann.

„Face to face“ – persönlicher Kontakt ist wichtig

Die beliebteste und effektivste Form der Kommunikation ist und bleibt der direkte und persönliche Kundenkontakt. Unabhängig davon, ob Sie neue Produkte präsentieren, das Image Ihres Unternehmens verbessern oder mögliche Neukunden auf sich aufmerksam machen wollen, das Gespräch von Angesicht zu Angesicht ist das beste Mittel. Das kann eine digitale Live-Kommunikation nicht ersetzen, denn sie steckt noch in den Kinderschuhen. Ob virtuell oder live – scheuen Sie bei der Auswahl Ihres „Messe“-Personals keine Kosten und Mühen. Investieren Sie ggf. in Schulungen und Weiterbildungen, um Ihre Mitarbeiter optimal vorzubereiten. Gerade Fachmessen, die sich an eine bestimmte Zielgruppe richten, bieten sich für intensives Networking an.

Die Messe als Erlebnis für alle Sinne

Als Aussteller können Sie Ihren Messeauftritt wortwörtlich als ein „Erlebnis für die Sinne“ gestalten. Achten Sie dabei nicht nur auf eine einheitliche Gestaltung Ihres Standes sowie Ihrer Broschüren, Kataloge und Give-aways. Denn in der Tat machen gerade

  • das Flair und das Rahmenprogramm
  • die Gestaltung der einzelnen Stände
  • sowie die Möglichkeit, Produkte direkt vor Ort auszuprobieren

den Reiz einer Messe aus und den Messebesuch daher für viele so attraktiv. Hier stoßen virtuelle Messen noch an ihre Grenzen. Augmented und Virtual Reality sind noch nicht so weit, vollwertige Markenerlebnisse zu bieten. Darüber hinaus ist ihre Entwicklung zeitintensiv und kostspielig.

Presse, Radio und Co. – Machen Sie PR in eigener Sache

Fachmessen bieten eine hervorragende Gelegenheit, um direkt mit Interessierten ins Gespräch zu kommen und so womöglich neue Kunden zu gewinnen. Rühren Sie bereits im Vorfeld die Werbetrommel. Kündigen Sie Ihre Messepräsenz breit gestreut an. Laden Sie wichtige Kunden unbedingt persönlich und mit einem Gratis-Zugang ein.

Auch Journalisten gehören zu den regelmäßigen Besuchern einer Messe. Darum lohnt sich ein Messeauftritt für Ihr Unternehmen. Denn eine Erwähnung in einer Zeitung oder einem Magazin ist eine wirkungsvolle Werbemaßnahme, die Sie nichts kostet, sich im Endeffekt aber mehr als auszahlt. Gleiches gilt auch, wenn Sie Radio- oder TV-Sendern als Interviewpartner zur Verfügung stehen.

Auch wenn es banal klingen mag – so manch ein potenzieller Kunde wird aus der Medienpräsenz Ihres Unternehmen Rückschlüsse auf die Qualität Ihrer Marke bzw. Ihres Produktes oder der von Ihnen angebotenen Dienstleistung ziehen. Berücksichtigen Sie dies auch bei der Wahl Ihres Standpersonals. Schließlich sind nur gut geschulte und kommunikationsfreudige Mitarbeiter in der Lage, die wichtigsten Informationen kurz, prägnant und anschaulich gegenüber der Presse zu kommunizieren.

Fazit: Die Messe ist kein Auslaufmodell

„Eine Messemarke dient als Plattform zur Geschäftsanbahnung an einem konkreten Zeitpunkt – egal ob digital oder vor Ort“, sagte Jochen Köckler, Chef der Deutschen Messe AG, im Interview mit dem Handelsblatt. Deshalb müssten Messegesellschaften es nun schaffen, zusätzliche digitale Angebote zu entwickeln, die dem Aussteller Nutzen stiften. Schließlich sei es heute wichtiger denn je, dass sich die Richtigen einer Branche fänden. Die entscheidende Frage sei, wann wieder ausreichend Teilnehmer kommen, damit sich für Aussteller eine Messe lohnt.

Quellen:

https://www.auma.de/de/zahlen-und-fakten/branchenkennzahlen

https://www.auma.de/de/medien/meldungen/presse-2019-23

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/dienstleister/jochen-koeckler-im-interview-chef-der-deutschen-messe-ag-die-messe-der-zukunft-ist-hybrid/26010902.html

Dennis Heinzmann
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