Messevorstellung Frankfurter Buchmesse: weltgrößte Büchermesse

Frankfurter Buchmesse

„Lesen stärkt die Seele“, hat der französische Philosoph und Schriftsteller Voltaire gesagt. Und einmal im Jahr ist die Welt zu Gast in Deutschland zur größten Seelenstärkungsveranstaltung überhaupt: der Frankfurter Buchmesse. Dort treffen sich Verleger, Autoren sowie weitere Brancheninsider und Leser, um das geschriebene Wort zu zelebrieren.

Fakten rund um die Frankfurter Buchmesse

Die Frankfurter Buchmesse findet jedes Jahr im Oktober statt. Veranstaltungsort ist das Gelände der Messe Frankfurt in Frankfurt am Main.

Die Messe dauert traditionell mehrere Tage und ist von Mittwoch bis Freitag nur für Fachbesucher zugänglich. Autoren, Agenten, Verleger, Buchhändler, Bibliothekare, Drucker, Illustratoren, Übersetzer und etliche weitere Dienstleister der Buchbranche stellen ihre Angebote und Ideen vor und nutzen die Messe zum Netzwerken und dem Abschluss von Geschäften. Am Wochenende öffnen sich die Tore dann auch für die breite Öffentlichkeit, für die es speziell ein Programm mit Diskussionsrunden, Lesungen und Musik gibt. Auch der Bücherkauf ist am Wochenende möglich.

Auf der internationalen Fachmesse tummeln sich über 7.000 Aussteller, ein Großteil (über 5.000) reist speziell aus dem Ausland an. Rund 100 Länder sind vertreten. Jedes Jahr gibt es ein anderes Gastland, dessen Kultur und Literatur speziell im Fokus der Messe steht. Vorgestellt werden die neusten Buchtitel und Produkte aus den Bereichen Kommunikation und Multimedia. Auch Landkarten und Grafiken sowie digitale Medien wie E-Books und Hörbücher haben auf der Messe einen festen Platz.

Im Rahmen der Messe werden mehrere Preise verliehen, darunter: der Deutsche Jugendliteraturpreis, der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, der Deutsche Buchpreis sowie der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis. Inzwischen hat sich die Messe zur größten und bedeutendsten internationalen Messe der Buchbranche entwickelt.

Wann fand die erste Frankfurter Buchmesse statt?

Die Anfänge der Buchmesse reichen mehrere Jahrhunderte in die Vergangenheit, denn Frankfurt am Main wurde nach Erfindung des Buchdrucks im benachbarten Mainz im Jahr 1450 durch Johannes Gutenberg zum europaweit führenden Handelsplatz für Bücher, die nach Gutenbergs Methode der Buchproduktion hergestellt waren. Eine „Messe für Bücher“ in Frankfurt am Main ist bereits für das Jahr 1370 belegt. Die erste wahre Frankfurter Buchmesse unter ebendiesem Namen fand dann im Jahr 1949 statt und wurde vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels veranstaltet. Seitdem wird die Buchmesse jährlich abgehalten.

Wer präsentiert sich auf der Frankfurter Buchmesse und was wird ausgestellt?

Mit über 7.000 Ausstellern pro Jahr lebt die Frankfurter Buchmesse von ihrer Vielfalt. Große Verlagshäuser präsentieren neben kleineren und mittleren Verlegern, Agenten und Autoren stellen Seite an Seite vor, Übersetzer oder Drucker preisen ihre Dienste an. Sie alle stellen während der Messewoche Ihre Publikationen, Produkte und Dienstleistungen für die Buchbranche vor und nutzen die Gelegenheit, um Inspiration zu schöpfen, kreativ zu sein und ihr Geschäft voranzutreiben. Auch in der breiten Öffentlichkeit steigt die Popularität der Frankfurter Buchmesse. In den letzten Jahren kamen immer mehr branchenferne Besucher, im Jahr 2019 lag die Besucherzahl bei über 302.000.

Ehrengast: Kultur und Literatur im Fokus

Jedes Jahr steht ein Gastland oder eine Gastregion auf der Frankfurter Messe im Fokus. Im Jahr 2020 ist es Kanada. Kanadische Verlage, Autoren und Buchtitel werden besonders zelebriert.

Begonnen wurde mit der Tradition im Jahr 1976. Zuerst alle zwei Jahre wurde ein Land oder Thema gewählt. Seit 1988 ist es ein jährlicher Ritus. Seitdem präsentiert jedes Jahr jeweils ein Gastland oder eine Kulturregion seine literarischen Höhepunkte auf der Messe. Inzwischen kann sich die Buchmesse rühmen, praktisch allen Nationen und Regionen der Welt eine Bühne geboten zu haben.

Liste aller bisherigen Gastländer

2020 Kanada
2019 Norwegen
2018 Georgien
2017 Frankreich
2016 Flandern
2015 Indonesien
2014 Finnland
2013 Brasilien
2012 Neuseeland
2011 Island
2010 Argentinien
2009 China
2008 Türkei
2007 Arabische Welt
2006 Indien
2005 Korea
2004 Arabische Welt
2003 Russland
2002 Litauen
2001 Griechenland
2000 Polen

1999 Ungarn
1998 Schweiz
1997 Portugal
1996 Irland
1995 Österreich
1994 Brasilien
1993 Flandern und Niederlande
1992 Mexiko
1991 Spanien
1990 Japan

1989 Frankreich
1988 Italien
1986 Indien
1984 Orwell 2000
1982 Religion
1980 Schwarzafrika

1978 Kind und Buch
1976 Lateinamerika

Für die kommenden Jahre sind geplant:

2021 Spanien
2022 Slowenien
2023 Italien

Findet die Frankfurter Buchmesse trotz Corona-Pandemie statt?

Lange Zeit war unklar, ob die Frankfurter Buchmesse in Zeiten von Corona überhaupt stattfinden kann. Denn zum einen ist die Versammlungsfreiheit noch eingeschränkt, zum anderen läuft der internationale Flugverkehr eher schleppend. Die Frankfurter Buchmesse 2020 sollte deshalb „dezentral“ und „virtuell“ ablaufen, hieß es im Frühjahr. Im Sommer kam dann die Entwarnung: Die Frankfurter Buchmesse findet statt, wenn auch in veränderter Form. Kleiner, fokussierter und europäischer soll die diesjährige Buchmesse werden, denn Aussteller und Besucher aus Amerika und Asien bleiben Corona-bedingt aus. Auch Verlage aus Europa haben ihre Teilnahme vorsichtshalber abgesagt. Insgesamt um zwei Drittel soll die Fläche der Messe daher reduziert werden. Kanada bleibt das Gastland für 2020, wenn auch deutlich weniger Aussteller und Autoren aus Nordamerika anreisen können.

Hinweis: Stand 07/2020, kurzfristige Änderungen möglich.

Quellen: 

buchmesse.de/

de.statista.com/statistik/daten/studie/202137/umfrage/anzahl-der-besucher-auf-der-frankfurter-buchmesse/

de.wikipedia.org/wiki/Frankfurter_Buchmesse

geo.de/geolino/wissen/21288-rtkl-buecher-die-schoensten-zitate-ueber-das-lesen

messen.de/de/10211/frankfurt-am-main/frankfurter-buchmesse/info

ndr.de/kultur/Frankfurter-Buchmesse-2020-findet-trotz-Corona-statt,buchmesse506.html

Bildnachweis:

Beitragsbild © Frankfurter Buchmesse / Peter Hirth

Dennis Heinzmann

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